Schweizer Nationalbank

Die Schweizer Nationalbank hat im Rahmen der Wechselkurspolitik eine Bilanzsumme in Höhe von 800 Milliarden Franken aufgebaut.

100’000 Franken pro Kopf der Bevölkerung.

Das Geld wurde unter anderem in Hanfaktien (80 Mio) oder in Uber-Aktien (Jahresverlust 3.7 Milliarden) investiert. Der grösste Teil davon sind Staatsanleihen in Euro und US-Dollar.

Die SNB wollte damit den Wechselkurs des Franken gegenüber anderen Währungen schwächen, um die Exporte der Schweiz ins Ausland zu verbilligen.

Dr. Marc Meyer beschreibt in etlichen Artikel auf insideparadeplatz.ch, dass es sich hierbei nicht um Guthaben der Nationalbank handelt, sondern um Schulden bei den Geschäftsbanken, welche diese wieder zurückfordern können.

Verkaufte die SNB die Anlagen, würde deren Wert vermutlich dramatisch sinken, da die SNB ein sehr grosser Marktteilnehmer ist.

Sinkt der Wert um über 20%, egal, ob durch einen SNB-Verkauf oder durch andere Marktentwicklungen wie eine Veränderung der Wechselkurse, so ist das Eigenkapital der SNB in Höhe von 140 Milliarden Franken aufgebraucht.

Dr. Marc Meyer ist der Ansicht, dass die SNB dann Pleite ist, andere Diskussionsteilnehmer vertreten die Ansicht, dass die SNB auch ein negatives Eigenkapital haben kann.

Ein ähnliches Szenario entstünde, sofern die Geschäftsbanken das Geld wieder bei der SNB einfordern würden. Da die SNB Franken-Schulden hat, müssten die ausländischen Anlagen verkauft werden.

Thomas Jordan von der SNB ist der Ansicht, dass Geschäftsbanken ein Rückzahlung nur gegen Banknoten verlangen können. Diese kann die SNB ausgeben. Bedeuten würde dies allerdings eine Banknotenschwemme ungekannten Ausmasses: 100 Tausender Noten für jeden Schweizer.

In der Schweiz und in vielen anderen Ländern, erzeugen die Geschäftsbanken das Geld, indem sie Kredite ausgeben. Die SNB selber kann nur Banknoten ausgeben.

Die SNB versucht zusätzlich, den Schweizer Franken durch Negativzinsen zu schwächen.

Da die Europäische Zentralbank dasselbe tut und auch die Amerikanische Zentralbank die Zinsen senkt, ändert dieses Vorgehen nicht viel an den Wechselkursen, sondern führt zu einer gegenseitigen Abhängigkeit. Die Schweiz ist hier kein kleiner Marktteilnehmer.

Die sinkenden Zinsen führen zu hohen Immobilienpreisen und Aktienpreisen, da beides billig erworben werden kann.

Die Negativzinsen führen auch zu Kosten bei den Banken. Dr. Marc Meyer spricht hier von einer 180-Grade-Wende der SNB-Zinspolitik von einen Aktivzins zu einem Passivzins.

Früher gabe es den sogenannter Aktivzins (=positiver aber tiefer Zins), d.h. günstiges Geld zum Ankurbeln der Wirtschaft. Inzwischen wurde daraus ein Passivzins (=negativer Zins), den die Banken bezahlen müssen, falls sie es nicht schaffen, das Geld irgendwo anzulegen. Der negative Zinsteil wird an die SNB umgeleitet, nur die Differenz von Null zum positiv erzielten Zins durch Kredite verbleibt bei der Bank.

Die Negativzinsen führen aber auch zu tiefen Renditen bei den Pensionskassen, da diese häufig Staatsanleihen in ihren Anlagen haben.

Aktuell beträgt der gesetzliche Mindestzins bei den Pensionskassen 1% und damit ist die Realverzinsung unter Berücksichtigung der Inflation nahezu Null.

Die offizielle Inflationsberechnung berücksichtigt zudem die Kostensteigerungen der Krankenkassenprämien nicht!

Dieser gesetzliche Zinssatz ist von der Anlagerendite der Pensionskassen zu unterscheiden. Die Anlagerendite ist pro Pensionskasse unterschiedlich, war aber 2018 im Durchschnitt stark negativ. Im ersten Quartal 2019 aber wieder stark positiv.

Die Differenz aus dem Mindestzins zur Verzinsung der PK-Guthaben und der Rendite geht in die Reserve ein bzw. muss aus dieser genommen werden. Wie hoch die Reserven einer Pensionskasse sind, sieht man am Deckungsgrad, der über oder unten 100% liegen kann.

Die Idee der sinkenden Zinsen ist es u.a., die Wirtschaftsaktivitäten zu beleben. Die Kehrseite ist, dass damit viele Unternehmen durch günstige Kredite am Leben erhalten bleiben, obwohl sie nur wenig Geld verdienen. Diese nennt man Zombi-Unternehmen.

Dr. Marc Meyer macht verschiedene Vorschläge: a) anstelle von ausländischen Aktien, Inlandsinvestitionen z.B. in Urlaubsgebieten anzustossen (Bau einer Stossbahn), b)Die ausländischen Anlagen so schnell wie möglich zu verkaufen, c) die Schweizer über die Einführung des Euro abstimmen zu lassen.

Fragen zu Variante a): 1) Wie soll damit der Wechselkurs beeinflusst werden, da die Ausgaben ja in Schweizer Franken erfolgen? 2) Ist es Aufgabe der SNB, Investitionen zu tätigen?

Variante b) Die SNB müsste dann vermutlich mit Steuergeldern frisches Eigenkapital erhalten.

Ein Idee von mir ist, das Geld für Landkäufe z.B. in Afrika einzusetzen, eventuell auch Gold zu kaufen. Das Land sollte neu bewaldet werden.

Die Goldmenge für 800 Milliarden Franken wäre mit 16’000 Tonnen allerdings riesig (1 kg kostet ca. 50’000 Franken) und würde die Goldvorräte von Ländern wie China und Russland bei weitem übersteigen.

Was gibt es für weitere Möglichkeiten

Ebenso könnte die SNB keine Negativzinsen verlangen, sondern wieder einen Zins bezahlen.

In beiden Fällen würde der Schweizer Franken stark aufwerten und die Exportindustrie leiden.

Es gibt auch die Idee für sogenanntes “Helikoptergeld”, bei dem die Bürger Geldscheine erhalten. Dieser Vorschlag kommt vom ehemaligen Schweizer Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand, der aktuell bei Blackrock arbeitet, einem der grössten Vermögensverwalter der Welt.

Als Fazit ist festzustellen, dass niemand aus Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft wirklich zu wissen scheint, wie man die aktuellen Probleme lösen kann.

Gerne lade ich alle ein, konkrete Ideen oder Massnahmen vorzuschlagen.

Hier der Artikel auf Insideparadeplatz, zu dem auch die meisten Gegenargumente aufgeführt werden.

In diesem Artikel schreibt Herr Renée Menéndez am 28. Juli 2019 / 02:40, dass die SNB mit Geldnoten bezahlen kann, welche aus dem Keller geholt bzw. gedruckt werden können.

Gleichzeitig gibt es aufgrund eines Zahlungsdienstleistungsrahmenvertrages das Recht, diese Geldnoten wieder gegen eine Gutschrift (auch Giroguthaben) an die SNB zurückzugeben.

Dies ist doch ein Zirkeltausch?

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