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Nikotin als Suchtmittel

Das öffentliche Bild des Rauchens rückt immer stärker in ein negatives Licht, was sich nicht nur in ausgedehnten Rauchverboten, sondern auch in sinkenden Raucherzahlen niederschlägt. Rauchen wird zunehmend out. Damit der Tabakindustrie trotz vermehrter regulatorischer Massnahmen nicht die Puste ausgeht, kontert diese mit Marketingstrategien wie "Öko-Zigaretten", welche mit dem Verzicht auf Zusatzstoffe werben. Doch das Geschäft mit dem blauen Dunst, das dem Staat jährlich rund 10 Milliarden Franken kostet, hat viele Gesichter.

Die Zigarette, welche Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeführt und während der beiden Weltkriege immer populärer wurde, ist heute neben Bluthochdruck der häufigste Grund für eine verkürzte Lebenserwartung. In der Schweiz sank der Anteil der Raucher innerhalb von 10 Jahren von 33 auf konstante 27 Prozent, wobei der durchschnittliche Tageskonsum bei 15 Zigaretten liegt. Dies resultiert jährlich in etwa 9000 Todesfällen, ausgelöst von Schadstoffen wie Nikotin, Blei, Arsen oder Nickel, die zu Herz-Kreislauf-/ Atemwegs-/ und zahlreichen Krebserkrankungen führen. Tabakwaren wie Wasserpfeifen, Schnupftabak und Snus werden gerne verharmlost, stehen in ihrer Schädlichkeit Zigaretten aber in nichts nach. Doch sind es nicht nur Ausgaben für Medikamente und ärztliche Behandlung, sondern vor allem die entstehenden Kosten durch Mortalität, Invalidität und dem Verlust von Arbeitskräften, die der Volkswirtschaft jährlich schwer zu schaffen machen und für Gesamtkosten von etwa 10 Milliarden Franken sorgen. Und dabei berücksichtigt diese Rechnung noch nicht einmal die Konsequenzen des Passivrauchens.

Der Staat hat dies längst erkannt und versucht das Problem mit zahlreichen Kampagnen an der Wurzel zu packen. Tabakprävention wie die Text-Bild Hinweise auf Zigaretten-Packungen oder die Aktion Smokefree, die leere Päcklis mit Tipps zum Rauchstopp vertreibt, zeigen Erfolge. Laut einer Studie beträgt der Return on Investment bei der Tabakprävention das 41-fache. Soll heissen: Jeder in die Tabakprävention investierte Franken sorgt für einen Nutzen von 41 Franken. Sichtbar wird das Ergebnis beim Anteil der Raucher zwischen 14 und 19 Jahren, welcher bereits um ein Fünftel zurückgegangen ist.

Trotzdem gibt es auch eine andere Seite der Medaille. Die Tabaksteuer bescherte der Bundeskasse zuletzt Einnahmen von 2,2 Milliarden Franken, die zum grossen Teil zur Finanzierung der AHV/IV und zu kleinen Teilen zur Subventionierung des Tabakanbaus in der Schweiz und dem Tabakpräventionsfonds herangezogen werden. Dennoch macht der Beitrag der Tabaksteuer zur AHV lediglich 5 Prozent aus. Somit ist jedes Argument entkräftet, welches den Tabakkonsum als notwendiges Übel zur Finanzierung der Altersversicherung darzustellen versucht. Weiterhin ist die Tabakindustrie mit mehreren tausend Mitarbeitern in der West- und Zentralschweiz ein bedeutender Wirtschaftszweig und Steuerzahler. Es ist ein trügerisches Nullsummenspiel, bedeutet weniger Raucher automatisch auch weniger Arbeit.

Das Bundesamt für Gesundheit verfolgt weiterhin ambitionierte Ziele bei der Tabakprävention, doch hakt es noch an vielen Stellen. Hauptproblem sind zum einen die Sichtbarkeit und zum anderen die Verfügbarkeit von Tabakwaren, die zu deren Verharmlosung beitragen. 18.000 Automaten schweizweit ermöglichen einen beinahe uneingeschränkten Konsum und ein lückenhafter Jugendschutz tut sein Übriges. Da die Tabakwerbung eng mit dem Konsumverhalten verknüpft ist, monieren zahlreiche Politiker eine ungenügende Regulierung der Werbung. Hier liegt es auch an der Tabakindustrie, Verantwortung zu übernehmen. Denn viele Werbekampagnen greifen die Motive der Freiheit, Unabhängigkeit und Coolness auf und richten sich somit an die dafür stark empfänglichen Jugendlichen.



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